Das sieht nach einer sehr sauberen Arbeit aus, Noggi.
Die Anwindestellen hat - wie es auf dem Blank aussieht - Kurt (zuma) schon vormarkiert, oder?
Den Rollenhalter montierst du auch noch selber?
Was mich die Splitcane-Bauer so bewundern lässt, ist, dass sie die Schnurgewichtsklasse so genau der ASA-Norm entsprechend hinbekommen.
Oder ergibt sich das dann erst beim Bau?
Wird erst der Blank gefertigt - und dann festgestellt, welcher ASA-Klasse er entspricht?
Tja Gerhard, das ist so eine Sache mit den Schnurklassen. Es kommt auf verschiedene Aspekte darauf an.
1. Baut man ein bestehendes Rutentaper einer bekannten Rute nach oder
2. Erarbeitet man sich ein eigenes Taper.
3. Zuordnung von Ruten zu Schnurklassen ist auch mit viel Subjektivität behaftet. Was für den einen eine klare Schnurklasse 6 ist, kann für den anderen eine 5er Rute sein. Wenn dann noch ein dritter die Rute wirft, kann sie auch noch als 4er durchgehen. Dies ist deshalb so, weil wir beim Fliegenwerfen alles Unikate sind. Man bedenke nur die Vorlieben für schnelle, mittelschnelle und langsame Ruten.
Bei Splitcanes kommt dazu, dass diese in Bezug auf die Schnurklassen eher toleranter sind, als Kohlefaserruten. Ein weiterer Faktor bei den Splitcanes ist die Tatsache, dass es sich um ein Naturmaterial handelt, welches unter Wärmebehandlung seine Eigenschaften bekommt. Wenn zwei Rutenbauer dasselbe Rutentaper bauen, heisst das noch lange nicht, dass zwei identlische Ruten dabei herauskommen. Auch wenn derselbe Rutenbauer zwei mit identischen Massen versehene Ruten baut, werden nicht beide völlig identisch sein. Zum einen bietet die Natur schon beim Rohmaterial unterschiedliche Voraussetzungen (Anzahl Kraftfibern, Abstände der Knoten usw.), zum anderen können schon kleinste Abweichungen in der Fertigung zu Unterschieden führen. Selbstverständlich versucht jeder Rutenbauer nach strengen Normen seine Ruten herzustellen (Genaues Tapermass, sauberes Hobeln, verteilen der Knoten usw.), trotzdem bleiben genügend Einflussfaktoren um auch hier noch eine gewisse Streuung zu haben. Dies ist jedoch auch ein unverwechselbares Zeichen, dass Bambus eben lebt und kein totes Material ist, was vielen Fliegenfischern auch von der Einstellung zur Natur auch entgegen kommt.
Nachdem Noel abgereist war, habe ich an meinem gegenwärtigen Projekt weiter gearbeitet. Ziel eines Rutenbauers ist es, eine so fein gebaute Rute wie möglich, mit grösstmöglichem Rückgrat zu bauen. Bei den Gesplissten führt dieser Weg nicht zu letzt über die Kraftfibern, welche sich auf der Aussenseite des Bambusrohres befinden. Je mehr von diesen Kraftfibern in der fertigen Rute vorhanden sind, umso besser sind deren Grundeigenschaften. Auf der Suche nach neuen Wegen, noch mehr Kraftfibern in einen Blank zu bekommen, bin ich zuerst auf die 13-fach Gesplissten gestossen. Der Gedanke ist, so kleine Spleisse wie möglich herzustellen und das Blankvolumen durch eine höhere Anzahl Spleisse zu erreichen. Diese Ruten sind bereits wahre Kraftpakete, jedoch will ich mit meinem neuen Projekt überprüfen, ob auch der Verlauf der Leimfugen Einfluss auf die Steifigkeit einer Rute hat. Zu diesem Zweck baue ich gegenwärtig eine Rute aus insgesamt 48 Spleissen, welche an der dicksten Stelle einen Durchmesser von 1,2 mm aufweisen. Es ist eine riesige Arbeit und ich trage die Idee bereits seit mehr als zwei Jahren mit mir herum - endlich habe ich mich überwinden können, die Arbeit in Angriff zu nehmen. Bis am Sonntag Abend hatte ich dann wenigstens das Handteil vorgehobelt. Nun wird dann noch die Spitze zu fertigen sein und sobald ich die Möglichkeit habe, Schlangenringe mittels Malerkrepp an dem Blank zu befestigen, werde ich auch meine Neugier befriedigen können, was in so einem Blank steckt. Diese Neugier ist zum Glück meine Triebfeder, weil das Ganze schon ein wenig Richtung Masochismus geht.
Ich werde Euch auf dem laufenden halten.