Realesen bezweifele die Erfolgschancen..

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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henne1

Realesen bezweifele die Erfolgschancen..

Beitrag von henne1 »

Ich bin auch ein Angler der die meisten Fische zurück setzt. Jedoch mach ich mir gedanken was die überlebenchancen der Fische betrifft. auch wenn man die Hände benetzt wird der Schutzschleim zerstört was ja heutzutage sehr wichtig ist..gibt das irgenwelche Statistiken;ist ja eigentlich ausser in der forschung nicht möglich.
gonefishing

Re: Realesen bezweifele die Erfolgschancen..

Beitrag von gonefishing »

henne1 hat geschrieben:...was ja heutzutage sehr wichtig ist..
Nicht nur heutzutage, war bei den Fischen schon immer wichtig... ;-)
Habe früher an einem kleinem Privatgewässer gefischt an dem viel releast wurde. Heute fange ich öfters Köderfische und hältere sie über längere Zeit. Bei schonender Behandlung konnte ich weder Pilzerkrankungen noch sonstige negativen Auswirkungen feststellen.
fly

Beitrag von fly »

Ich denke nicht das dies ein Problem ist, da ich fast nur mit fliege und nymphe fische, berühre ich die Fische beim Lösen fast nie! Für Hecht kannst du die C+R Zange verwenden und um Fliegen und Nymphen zu lösen gibts so ein Röhrchen, damit musst du den Fisch auch nicht berühren!
henne1

Beitrag von henne1 »

Nachtrag habe mir Gedanken zum realesen gemacht..
denke der Grossteil der Forum-Fischer realasen die Barben,Alet etc wieder..jedoch nehm ich persöndlich eine schöne Forelle nach hause..muss meine Stategie aber uberdenken den bin der meinung so laufts in die Falsche richtung..war es ökologisch- aber auch für uns Fischer nicht besser wir würden es genau unbekehrt machen?
Reverend

Beitrag von Reverend »

Henne, wenn deine Theorie stimmen würde, müsste nahezu jeder Besatzfisch verpilzt sein. Denn den hatte irgendwann irgendjemand sicher mal in der Hand gehabt.
Mit angefeuchteten Händen behutsam gehalten nimmt ein Fisch keinen Schaden.
Habe heute auch von 8 gefangenen Bachforellen 7 wieder auf freie Flosse gesetzt. War bei unserer widerhakenlosen Fliegenfischerei überhaupt kein Problem. Ich bin mir sicher, dass es mit diesen Fischen mal ein gesundes Wiedersehen geben wird.
henne1

Beitrag von henne1 »

Danke für die Info -Gonefishing

Zu meinem Beitrag oben wegen den Barben etc..was denkt Ihr darüber mich dünkt so lauft in die Falsche richtung habe ich bei mir persöndlich festgestellt..sollte wir alle Abschlagen die eine vernünftige grösse haben?weil so ist ja auch nicht ok?
gonefishing

Beitrag von gonefishing »

Genau richtig, das habe ich mir auch mal überlegt. Deswegen schlage ich Alet nicht ab, aber bis auf die Eröffnungsforelle und falls der Haken dumm sitzt werden bei mir in Fliessgewässern Forellen releast und so schonend wie möglich gefischt, in Bergbächen nur C&R. Was ich an Salmoniden essen will entnehme ich den Bergseen, geschmacklich nicht ganz das gleiche aber das Gewissen isst mit ;-)

P.S.: Barben und Alet abschlagen da es zu viele gibt halte ich für absoluten Blödsinn. Barben sind andernorts gefährdet und sie haben sich hier evtl. durch Rückgang von Äsche und Nase stark vermehrt. Aber die Zunahme dieser Fischarten ist nicht der Grund für den Rückgang der anderen sondern umgekehrt. Im Hinblick auf Prädatoren nehmen diese Fische sogar den Druck von den gefährdeten Arten...
Zudem sind Barben und Alet in Gewässerabschnitten die evtl. mal mehrheitlich von Forellen besiedelt wurden ein Indikator dass das Gewässer so verändert wurde (Sohlenbeschaffenheit, Fliessgeschwindigkeit, Wassertemperatur...) dass die Bedingungen den neuen Bewohnern mehr behagen. Ein Herausfangen dieser verbessert die Bedingungen für Forellen überhaupt nicht.
Schweizer Angler

Beitrag von Schweizer Angler »

in flüssen mit gemischtem fischbestand wie die aare zwischen bernund aarberg entnehme ich problemlos weissfische. aber wie bei allem auch hier mit mass. ich finde ein gemässigtes entnehmen von weissfischen ist auch pro äsche und forelle, weil dann weniger von diesen entnommen werden (besser würden). in weissfischgewässern entnehme ich ebenso guten gewissens rotaugenund rotfedern, sogar hie und da eine schleie oder brassen. allerdings bedingt es kenntnisse des fischbestands des jeweiligen gewässers.
ist der bestand verbuttet, macht es nichts von der verbutteten art fische zu entnehmen, denn scheinbar hat es ja zuviele davon im gegensatz zum nahrungsangebot. aber eben, dies kann von gewässer zu gewässer verschieden sein.

wie gonefishing richtig sagt nutzt es aber in der aare auch nichts alle forellen zu releasen, weil die habitatsbedingungen, vorallem unterhalb keisen bis bielersee, schlecht sind. eine renatuierung würde viel mehr bringen, für alle fischarten.

gruss

sa
fariofreak

Beitrag von fariofreak »

obwohl ich 95% meiner Farios wieder release, habe ich noch nie eine Forelle mit Pilzbewuchs oder sonstigen Schäden gefangen...
Wichtig beim releasen ist meiner Meinung nach, dass man 1. die Hände immer nass macht, und 2.einen möglichst "flachen", engmaschigen Kescher verwendet. Also eher so was als so was ausserdem sollte man den Kescher nur einsetzen, wenn man den Fisch auch entnimmt... wenn man den Fisch eh releast muss man ihn ja eigentlich gar nicht aus dem Wasser nehmen.
Schweizer Angler

Beitrag von Schweizer Angler »

der zweite kescher ist aber für release zu grobmaschig. der erste stimmt ideal .

gruss

sa
fariofreak

Beitrag von fariofreak »

eben, dass wollte ich damit ja auch sagen...
Jean-Paul

Beitrag von Jean-Paul »

Hallo henne1,

Falls Du Statistiken suchst:

Unter dem Link http://www.adaptfish.rem.sfu.ca/Thesis_BSc_Huhn.pdf finden Interessierte eine wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel "Letale und subletale Auswirkungen von Fangen-und-Zurücksetzen: Meta-Analyse verfügbarer Literatur und Empfehlungen für das angelfischereiliche Management in Deutschland" von Daniel Hühn.

Der Autor hat diverse Studien untersucht und versucht herauszufinden, welche Faktoren einen Einfluss auf die Hakmortalität nach dem Zurücksetzen der Fische haben. Hierbei ist die Hakmortalität definiert als der Anteil an Fischen, der das Fangen mit der Angel und das anschliessende Zurücksetzen nicht überlebt.

Er stellt fest, dass die Chancen eines Fisches zu überleben grösser sind wenn ohne Widerhaken gefischt wird. Ich zitiere (Seite 44): "Bei der Verwendung von Angelhaken mit und ohne Widerhaken wurde ein signifikanter Unterschied sichtbar (...). Die durchschnittliche Hakmortalität (± SD) war bei Haken mit Widerhaken mit 12.7 ± 15.4% signifikant grösser als bei Haken ohne Widerhaken (4.9 ± 6.0%)."

Weitere Faktoren die zur Hakmortalität beitragen sind: Wassertemperatur, Naturköder, Hakort (Kiefer, Gaumen, Kiembögen usw.), Drilldauer und Dauer der Luftexposition.

Empfehlenswert ist Kapitel 5 Seite 70-73.


Schöne Grüsse,


Jean-Paul
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