Ich darf über ein freundschaftliches und erfreuliches Erlebnis berichten, welches mir letzten Samstagmorgen widerfahren ist. Ganz nachem dem Motto "Von Fischer für Fischer"
Mein Wecker klingelte um 03h30. Erstmal noch ein bisschen im Bett gewälzt und hin und her gedreht um mit einer halbstündigen Verspätung aufzustehen. Ab in die Küche, Kaffeemaschine starten, anziehen und mit dem Hundchen (der wilden, schwarzen Bestie) Gassi gehen. Danach einen Kaffee runterkippen und ab ins Auto. Zum Glück habe ich mein Material am Vorabend im Auto untergebracht. Rasch einen Blick auf die "Vergiss-nichts-Checkliste" und ab auf die menschen- und autoleeren Strassen in Richtung Lüscherz. Unterwegs die früh aufgestandenen, äsenden Rehe
grüssen und immer schön aufpassen, dass kein Fuchs
oder keine Katze
die Strasse für sich beansprucht. Nach kurzer Fahrzeit komme ich an meinem Bestimmungsort an und der See präsentiert sich von seiner schönsten Seite.

Ich wusste, dass sich bereits in den frühen Morgenstunden einige Forianer in der Gegend von Vinelz aufhalten und vielleicht an einem Schluck Kaffee Freude hätten. Also lasse ich mein "Stabmixer-Motörchen" in Richtung Vinelz tuckern und bereite in der Zwischenzeit meine Ruten für ihren Einsatz vor.
Nach kurzer Fahrzeit und einem Weckruf per Handy finde ich die verschlafene FF-Truppe tatsächlich! Zwei FF'ler brauchten offensichtlich DRINGEND einen
(zumindest der Ältere der Bootsbesatzung schien einen Kaffee bitter nötig zu haben Das zweite Boot war verwaist... Ist da vielleicht einer über Bord gefallen? Oder zwecks erfrischendem Morgenbad ins warme Wasser gegangen? Nönö - der war da hat aber noch tief gepennt

Nach dessen Erwachen durfte ich als Taxi zwischen den Booten hin und her gondeln um Feuerzeuge und Köfis vom einen Boot aufs andere zu überbringen. Danach konnte tatsächlich auch noch gefischt werden!
Kurz vor 07h00 verliess mich die Hoffnung an meinem Standplatz ein stacheliges Wassertier zu erwischen und ich begann mittels Echolot andere, vielversprechende Stellen zu suchen. Leider konnte ich auf dem Bildschirm aber nicht die erhofften, grossen Schwärme Kleinfische ausmachen und so steuerte ich wieder das blaue Boot mit Kapiätn und Hilfsmatrose an. Dort wurde immerhin ein schönes Egli gefangen...
Kaum an dem blauen Boot angedockt wurde mir mit einem netten Lächeln vom Kapitän
höchstpersönlich ein kühles Bierchen offeriert. Eigentlich hielt sich meine Begeisterung in Grenzen, doch war es ihr letztes Bierchen und wenn einem dies angeboten wird, darf und kann man dies selbstverständlich nicht ablehnen. Ganz nach dem Motto: "Von Fischer für Fischer" Der Hilfsmatrose
Nun - geplaudert und gelacht wurde ausgiebig und irgendwann machte ich mich auf in neue Reviere. Eigentlich wollte ich ja noch einen stacheligen Schuppenträger überlisten.
Doch dieses Ziel scheint sich derzeit auf dem Bielersee als äussert schwierig zu gestalten. So konzentrierte ich mich kurz vor der grossen Mittagshitze auf die unzähligen Eglis. Leider waren nicht die schönen und erhofften Brummer dabei was mich veranlasste mein luxuriöses Kreuzfahrtschiff an eine "Kante" zu steuern. Beim Überfahren einer Kante, welche von 4.5m auf 11m abfällt, sind mir grrössere Ansammlungen von Fischen aufgefallen, welche auf einer Tiefe zwischen 6.5m 11m (Grund) gelaufen sind. Aufgrund des Musters auf dem Echolot vermutete ich Felchen und versuchte mein Glück mit der Gambe. Meine Vermutung bewahrheitete sich und ich fing prächtige Exemplare bis 35cm (was im Bielersee doch schon ganz ordentlich ist!) Ich staunte. War ich doch der einzige der sich an dieser Kante den Felchen widmete. Innert kürzester Zeit hatte ich 14 Stück in der Kühlbox. Keine einzige musste ich messen. Genug für heute - die Kinder wollen am Nachmittag noch in die Badi.
Ich danke nochmals für die nette und unterhaltsame, frühmorgentliche Begegnung! Es hat Spass gemacht!

Wäre schön, wenn sich sowas wiederholen liesse!



