Wieder ein Kleinkraftwerk auf Kosten der Fische?

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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miKe
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Faroe Islands

Re: Wieder ein Kleinkraftwerk auf Kosten der Fische?

Beitrag von miKe »

Die Thematik wird derzeit immer und immer wieder heiss diskutiert.

Wir werden kaum um solche Projekte zu Lasten der Natur und auf Kosten der Fische kommen. Sowieso nicht, wenn die AKW's in den nächsten Jahren weder modernisiert und aufgepeppt sondern abgeschaltet werden.

Der Stromverbrauch steigt und steigt, Alternativen (noch) zu wenig effizient, bzw. deren Herstellung verursacht mehr Strom als sie schlussendlich liefern etc... Schlussendlich sitzen wir alle bei künstlichem Licht am Computer, haben ein Telefon in Griffnähe, das geladene Handy im Hosensack oder auf dem Pult, hocken in beheizten Räumen und trinken frischen Kaffee aus einer vollautomatischen Kaffeemaschine. Bald ist Mittag und damit Essenszeit. Vielleicht geht es in ein Restaurant? Andere wärmen sich etwas in der Mikrowelle. Strom, Strom, Strom wird hier "gefressen"" und da "gefressen".

Selbstverständlich ist das ganze etwas plakativ gehalten, soll aber aufzeigen, dass ALLE Strom brauchen. Und das in rauhen Mengen. Oftmals vielleicht unbewusst? Es ist immer leicht mit dem Finger auf andere zu zeigen. (Nicht auf dich bezogen SA :wink: ) Der ganze Bedarf muss irgendwie gedeckt werden... Bin kein Fan der AKW's. Sowieso nicht, wenn wie gestern Abend Meldungen durch die Medien geistern, dass Mühleberg abgeschaltet werden musste. Der hässliche Kübel steht nämlich bei mir quasi vor dem Dorf.

Scheiss-Situation...

Apropos Stromverbrauch: Mir ist nach dem Sturm Lothar aufgefallen was in einem Haushalt ohne Strom NICHT funktioniert. Zu dem Zeitpunkt habe ich in einer Agglomerationsgemeinde der Stadt Bern gelebt. Aufgrund eines umgestürzten Baumes, welcher angeblich auf eine Trafostation gefallen war, mussten wir drei oder vier Tage auf den - selbstverständlichen - Strom verzichten. Es funktionierte weder Licht, noch Heizung. An Kochen war nicht zu denken und Warmwasser gab es auch keines mehr. Zum Glück lag mein WG-Partner damals mit einem gebrochenen Fussgelenk im Spital. So war nebst dem warmen Zimmer auch der Zugang zu Warmwasser und warmen Mahlzeiten gewährleistet :mrgreen:
xFire

Re: Wieder ein Kleinkraftwerk auf Kosten der Fische?

Beitrag von xFire »

Da kann ich Mike grundsätzlich zustimmen. Ich komme gerade von einer Geschäftsreise in eine Region zurück, in der es in dieser Zeit wenn es hoch kommt gerade mal 4 bis 6 Stunden am Tag Strom gab. Keine Heizung, kein Licht, kein Wasser, keine Toilette, kein Kühlschrank, kein Internet, kein Natel, kein Telefon, kein Computer. Da betreiben diejenigen die es sich leisten können oder müssen (z.B. Fabriken) einen eigenen Dieselgenerator. Man fährt nachts durch eine Stadt mit 2.5 Millionen Einwohner und es ist grösstenteils stockfinster, es sieht aus wie bei einem Weltuntergangs-Szenario.

Wenn ich mir anhöre, dass man den AKWs den Stecker ziehen soll, dann frag ich mich schon, woher der ganze Strom kommen soll und es wird garantiert zu einschneidenden Massnahmen kommen. Vor allem frage ich mich auch, ob diejenigen die bezüglich den AKWs nach sofortigen Massnahmen schreien akzeptieren werden, auf die oben genannten Dinge zu verzichten.

Ist jetzt wohl etwas weit ab vom Thema, sorry.
Schweizer Angler

Re: Wieder ein Kleinkraftwerk auf Kosten der Fische?

Beitrag von Schweizer Angler »

...dass der wechsel zu alternativen energien schleppend (haben wir selbst provoziert) vorangeht und kw`s mit wasserkarft ausgebaut und auch kkw eine weitere variante sind, ist unbestritten. so gesehen bin ich auch nicht dagegen. nur leider ist der schaden/nutzen von kkw meist nicht im verhältnis, und das thema zuwenig restwasser (folge sohlenverschlammung, keine laichmöglichkeiten mehr, oft hindernisse die die laichwanderung ganz verunmöglichen) fast immer aktuelle.

z.b. im färmelbach nahe st. stephan hat der fischereiverin mit anderen naturverbänden bisher erfolgreich dagegen opponiert, respektive anpassungen zu gunsten der fische gefordert (die naturverbände sind mit diesen anpassungen nicht grundsätzlich gegen dieses kkw), man darf gespant sein.

wie schitter es bei bestehenden kkw teils steht, sieht man an diesem besipiel aus dem berner oberland (übrigens ein kkw der bkw);



gruss

sa
rocknroll666

Re: Wieder ein Kleinkraftwerk auf Kosten der Fische?

Beitrag von rocknroll666 »

Solche Berichte werden wohl leider in Zukunft oft zu lesen sein dazu kann ich folgendes sagen:

es sind mehr als 500 (!!!) KWKWs geplant in der Schweiz. :evil:

selbst wenn alle davon realisiert werden, werden sie nur einen wirklich kleinen (sehr kleinen!) Teil des Gesamtstromverbrauches in der Schweiz decken können !

Und wieso das ? Es herrscht Goldgräberstimmung, seit der grossen AKW-Diskussion lohnen sich KWKWs dank "Subventionen", andere erneuerbare Energien gehen vergessen, an der Energieeffizienz bestehender Anlagen wird wenig gemacht, wieso ?

Für die Konzerne lohnt es sich, MONEY ruft ! Egal wenn bald an praktisch jedem Bach und Fluss ein Kraftwerk steht, das die Ökologie des ganzen Gewässersystems beeinflusst. Das Stromproblem wird auch mit 1000 KWKWs nicht wesentlich Gelöst.

Fischer schliesst euch zusammen und wehrt euch, kann ich da nur sagen. :v: :mrgreen: :cop:
Phoxinus

Re: Wieder ein Kleinkraftwerk auf Kosten der Fische?

Beitrag von Phoxinus »

Hallo Zusammen
Ich bedaure es ausserordentlich, dass man die KKW`s immer geben die AKW`s ausspielt.
Hier ist entscheiden, von welchen Arten von KKW`s man spricht. Auch ist es für mich eine Tatsache, dass die Energie heute generell viel zu billig ist.

Die AKW`s produzieren Billigstrom, ohne das Risiko, welches von ihnen ausgeht, wirklich abdecken zu können. In Japan muss nun die AKW-Unternehmung durch den Staat übernommen werden. Das bedeutet nichts anderes, als dass auch die Kosten der Atomkatastrophe durch Steuergelder bezahlt werden müssen. Auch die Endlagerung der Abfallprodukte aus den AKW`s ist immer noch ungelöst. Es ist für mich deshalb folgerichtig, dass man mittel- und langfristig den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen hat. Ein Unglücksfall in der Schweiz (welcher ja unmöglich ist, ich weiss…), hätte aufgrund der Bevölkerungsdichte eine noch viel schlimmer Katastrophe zur Folge.

Zuerst sollte man die Energiepreise, welche durch Atomkraft erzeugt werden anheben, damit annähernd verursachergerechte Preise erreicht werden. Aber auch die Energie, welche aus konventioneller Wasserkraft gewonnen wird (mit ihren dramatischen Folgen für das Öko-System Wasser), muss teurer werden. Erst dadurch entsteht für alternative Energien ein fairer Markt, in denen diese eine echte Chance haben und die Karten neu gemischt würden. Dann kämen sie vermutlich auch ohne Fördergelder aus. Darüber hinaus beginnen wir alle auch erst mit dem Energiesparen, wenn es an der Geldbörse spürbar wird. Das kann man Drehen und Wenden wie man will!

Zu den KKW`s möchte ich noch ergänzen, dass es zB. mit den Wasserwirbelkraftwerken tatsächlich Möglichkeiten gibt, welche den Eingriff in ein Landschaftsbild in Grenzen halten und die Fischwanderung wie auch den Geschiebetrieb ermöglichen. Für die Realisierung solcher KKW`s sollten aber in erster Linie bereits beeinträchtigte Gewässer genutzt werden.

Wir alle brauchen Strom. Gehen wir aber vernünftig damit um? Die Energiefrage wird uns noch lange beschäftigen. Wir täten aber gut daran, uns endlich ehrlich damit auseinander zu setzen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, dass die Zukunft für uns einen Komfortabbau zur Folge haben könnte. Die Atomkraft kann für unsere Zukunft, insbesondere für die nachfolgenden Generationen keine Lösung mehr darstellen. Begeben wir uns endlich auf den neuen Weg. Stück für Stück und stellen wir auch der Forschung die nötigen Mittel zur Verfügung. Ich bin überzeugt, dass man einen Weg finden wird!

Gruss Phoxinus
ghiozzo

Re: Wieder ein Kleinkraftwerk auf Kosten der Fische?

Beitrag von ghiozzo »

Auch ich bin der Meinung, dass Strom viel zu günstig ist. Ich weiss zB selber nicht, wieviel ich eigentlich für den Strom bezahle, oder was ein KWh. Das sind starke Anzeichen, dass der Strom zu billig ist. Ein Atomstrom mit voller Kostenwahrheit wäre wesentlich teurer. Dumm nur, dass sich bei höheren Strompreisen auch Kleinwasserkraftwerke wieder umso mehr lohnen werden, zB in Gebieten, wo es heute aus logistischen Gründen zu teuer ist, um zu bauen. Eine vergleichbare Situation gibt es glaubs im Moment beim Öl. Der drohende, längst prognostizierte "Peak-Oil" und die gestiegenen Preise haben neue Fördermethoden angekurbelt, etwa die Gewinnung von Öl aus "Öl-Sanden". Wie auch immer das funktioniert, es entsteht bei der Produktion eine Riesensauerei, und statt der erhofften Wende für den Umweltschutz geht alles weiter wie bisher bzw noch schlimmer. Bei aller Sympathie für liberale Forderungen, Marktregulation und Eigenverantwortung: ohne gewisse Leitplanken wird das nie klappen, mit uns Menschen.

Diese Petition hier (http://www.rechtohnegrenzen.ch/de/) ist für mich ein erster Schritt in die richtige Richtung. Das hat jetzt nicht mehr direkt mit dem Thema Kleinkraftwerk zu tun, aber mit dem Thema Leitplanken. Hat ein Video mit Lorenz Keiser :) und gute Informationen auf der Website, schauts Euch mal an!
rocknroll666

Re: Wieder ein Kleinkraftwerk auf Kosten der Fische?

Beitrag von rocknroll666 »

Phoxinus hat geschrieben:Hallo Zusammen

Zu den KKW`s möchte ich noch ergänzen, dass es zB. mit den Wasserwirbelkraftwerken tatsächlich Möglichkeiten gibt, welche den Eingriff in ein Landschaftsbild in Grenzen halten und die Fischwanderung wie auch den Geschiebetrieb ermöglichen. Für die Realisierung solcher KKW`s sollten aber in erster Linie bereits beeinträchtigte Gewässer genutzt werden.
1. Auch ein Wasserwirbelkraftwerk ist ein massiver Eingriff ins Oekosystem, zudem ist das mit der Fischgaengigkeit nur ein Gerücht und kein Fakt und kannst du mir sagen, wieviel Wasserwirbelkraftwerke es braucht um 5% des Schweizer Strombedarfs abzudecken ? Ich mag grad nicht rechnen, es werden sehr viele sein. Sorry, aber das ist überhaupt keine Loesung!

2. Ich habe AKWs nie gegen KWKWs ausgespielt, viel mehr ist mir wichtig, das die Entwicklung in eine Richtung geht, wo man Energieeffizienz foerdert, andere alternative Energien ebenfalls und dann den REST mit Wasserkraft in Gebieten, die eh schon zerstoert oder unbedenklich sind, abdeckt.

3. Im Moment entwickelt es sich so, dass einfach mal 1000 KWKS gebaut werden, dank der KEV, einige verdienen sich eine goldene Nase, praktisch alle bis jetzt naturnahen Gewaesser werden verbaut, und danach schaut man dann, ob evtl ein bestehendes grosses Werk noch effizienter gemacht werden kann, oder ob es auf dem Dach irgendwo vielleicht doch noch Platz hat für eine Solarzelle.

:oops:
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