Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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miKe
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Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von miKe »

Lesenswerte Lektüre:

http://idw-online.de/pages/de/news461612

Viel Spass und Gruss
Mike
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helix
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Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von helix »

Wirklich interessant, Mike. Danke für den Link. :v:

Dass Hechtlaichfischfang und Besatz nur wenig Sinn macht und schlussendlich die Naturbrütlinge aufgrund der natürlichen Selektion eine wesentlich höhere Überlebenschance haben und somit sehr viel effizienter für eine nachhaltige Bestandeserhaltung sind, davon war ich schon länger überzeugt. In Gewässern, wo natürliche Laichhabitate teilweise fehlen, wobei der Hecht ist nicht sehr wählerisch und äusserst anpassungsfähig, kann es m.E. noch mehr Sinn machen, aber oft ganau da, wo die Hechte noch gut naturverlaichen könnten, werden auch die Laichfischfangnetze und Reusen aufgestellt. Die Vermutung ist daher naheliegend, dass der Mensch in einigen Seen nicht unbedingt nur zwecks Bestandesverbesserungen Hechte besetzt.
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Gruess helix
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Dural
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Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von Dural »

mit der Studie hab ich aber so meine Mühe und dürfte so nicht 1:1 auf unsere Gewässer übertragbar sein.


aber auch ich denke das solch ein Besatz nicht wirklich viel bringt, die Natur einfach machen lassen und ihr die Best mögliche Voraussetzung zu schafen finde ich besser.
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hecht54
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Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von hecht54 »

beim Lesen der Studie frage ich mich, ob in Gewässern, wo so viele der eingesetzten Hechte gefressen werden nicht eh schon genügend Hechte vorhanden sind.
Zum Glück bin ich in meinem Fischgewässer mit vielen Hechten verwöhnt. Wir haben aber auch lange unberührte Schilfstrecken wo wahrscheinlich die natürliche Fortpflanzung funktionniert und auch Futterfische vorhanden sind. Wenn ich z. B. um den Thunersee fahre (auf der Strasse) frage ich mich schon wo die Hechte sich fortpflanzen sollen, ausser im Gwatt und Neuhaus. Es ist sehr viel überbaut bis ans Wasser und im kälteren Wasser mit Bergseecharakter wachsen auch viel weniger Wasserpflanzen als in den Seelandseen, wo sich die Junghechte verstecken und auf Beute lauern können.
Petri Heil René
gonefishing

Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von gonefishing »

Mach dir mal um den Thunersee keine Sorgen, da vermehren die Hechte sich prächtig.
Ausgedehnte Krautfelder, in denen die Eier dann von klarem sauerstoffreichem Wasser umspült werden, und kaum von Schwebstoffen bedeckt werden.
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hecht54
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Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von hecht54 »

Umso besser. Freut mich als ehemaliger Thunersefischer so positive Feedbacks zu erhalten. Habe auch schon andere Zeiten erlebt. Schön solche Bilder zu sehen. Im Thunersee fotografiert???
Gruss René
berufsfischer

Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von berufsfischer »

die im bericht beschriebene unsachgemässe besatzpraxis existiert in dieser form in den schweizer seen nicht (mehr!).
aus diesem grund verstehe ich nicht, was das mit einem laichfischfang zu tun haben soll :)
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Dural
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Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von Dural »

@gonefishing

für mich sieht das aber nicht nach einem optimalen platz für hechte aus.
gerade diese kraut art (weis den namen nicht) bietet für hechte wenn sie schon etwas grösser sind doch fast keine versteck möglickeiten.
da ist die aussage von "hecht54" das der neuenburgersee für hechte wohl besser geeignet ist sicher nicht falsch. aber zum glück passen sich die tiere ja auch ihrer umgebung an :)

@berufsfischer

das viel mir auch als erstes auf, hab dann gar nicht mehr richtig weiter gelesen nach so zitaten wie:
Es ist zwar nicht auszuschließen, dass die fremden Hechtbabys einfach aus dem Untersuchungsgebiet abwanderten.
Die Elterntiere der gezüchteten Satzhechte stammten aus einem 130 km entfernten Nachbarsee.
MS Tripper

Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von MS Tripper »

Danke Mike für den sehr interessanten Link.
Öhm Dural, du scheinst den Inhalt der Studie nicht ganz zu verstehen... auch egal :lol:
berufsfischer

Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von berufsfischer »

MS Tripper hat geschrieben:Öhm Dural, du scheinst den Inhalt der Studie nicht ganz zu verstehen... auch egal :lol:
scheint aber, als sei er nicht der einzige der daraus die falschen schlüsse zieht :)
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helix
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Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von helix »

Wenn du mich meinst, habe gar keine Schlüsse gezogen betreffend der erwähnten Studie, sondern lediglich einige Gedanken zu dieser Theematik.

Besatz und v.a. Hechtbesatz muss man mMn immer kritisch betrachten. Zeiten wo man einfach möglichst viele Jungfische reinkippte, ohne auch nur die geringsten Kenntnisse über Aufwand und Ertrag zu haben, sollten eigentlich langsam vorbei sein... ist es in Sachen Hechtbesatz an vielen grossen Schweizer Seen nicht so, dass man nie genau untersuchte, ob überhaupt und wenn ja, welche Auswirkungen ein Management auf die natürlichen Populationsgrössen hat? Genau beim Hecht zweifle ich an vielen Seen an, dass Aufwand und Ertrag in einer guten Korrelation stehen. Ich behaupte sogar, dass an einigen Seen die Bestände nicht messbar anders wären, wenn überhaupt nicht besetzt würde. Gründe dafür wurden auch in der Studie anschaulich erwähnt und brauche ich hier nicht zu wiederholen.

Ein Hecht gibt pro Individuum eine sehr, sehr grosse Anzahl Eier ins Wasser. Auch wenn nur im kleinen Promillebereich die Nachkommen geschlechtsreif werden, genügt dies, um die Bestände ausgeglichen zu halten. Nur die absolut anpassungsfähigsten und fittesten Individuen können überhaupt das laichreife Alter bekommen und das sind meistens, wie auch in der Studie aufgezeigt, sicherlich nicht die künstlich erbrüteten Tiere. Reguliert werden die Hechtbestände, als grösste Räuber in unseren Seen (nebst dem Wels), fast ausschliesslich über das Nahrungsangebot, sprich die natürliche Selektion. Nur in Gewässern, wo die natürliche Verlaichung gar nicht mehr funktioniert, könnte mMn ein Besatz Sinn machen. Auch wenn es möglich ist, dass in einigen grösseren Seen optimale Laichgebiete zerstört wurden; der Laich von einigen wenigen grossen Hechtrognern reicht völlig aus, um die Bestände intakt zu halten. Dazu kommt noch, dass Hechte erwiesenermassen auch an nicht standardlichen Laichhabitaten ablaichen können, z.B. auch in etwas tiefern Zonen ohne Schilf und Wasserpflanzen.
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Gruess helix
Arts

Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von Arts »

Hab dazu gleich mal ne Frage,

Am Wohlensee z.B wird regelmässig besetzt., im 2010 waren es 50'000 Hechtbrütlinge aus der FZ Ligerz und 1601 Sömmerlinge aus Teufelen

Gemäss der Studie würden wohl die meisten von denen nicht durchkommen....

Im Wohlensee werden jährlich ca 500 Hechte gefangen... Wie erträgt dies der Hecht?
Besteht nicht die Gefahr das irgendeinmal so ein Bestand ohne Besatzt zusammensackt? Ich gehe mal nicht davon aus das der Hecht weil der Bestand dünner wird und er weniger Konkurrenz hat sich besser vermehrt oder doch?

Laichplätze gibts am W'see zur genüge... Und Futter erst recht bei der Masse an Winger, Hasel oder auch Stichlinge dies dort gibt ;)

Tom
gonefishing

Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von gonefishing »

Arts hat geschrieben:Ich gehe mal nicht davon aus das der Hecht weil der Bestand dünner wird und er weniger Konkurrenz hat sich besser vermehrt oder doch?
Genauso ist es aber, wenn der geringere Bestand zu mehr Futterfischen führt. Nicht dass die Hechte dann mehr Eier legen würden, aber:
Weniger Hechte > mehr Futterfische + weniger Kanibalismus > mehr Hechtnachwuchs wird gross
Was natürlich auch umgekehrt funktioniert. Wobei diese natürlichen Bestandesschwankungen bei Egli und Zander wesentlich stärker ausgeprägt sind als beim Hecht.
Arts

Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von Arts »

Danke,

Ich bin wie gesagt der Meinung das es im Wohlensee genug Laichplätze gibt, flache Buchten, ausgedehnte Schilfgürtel, all das Kraut, Totholz genug Versteckmöglichkeiten usw. Weissfisch gibts massig.....

Wenn man die Studie zu rate zieht, so würde wohl der Besatz am Wohlensee nicht zu einem besseren Hechtbestand führen....

Im 2008 wurden 100'000 im 2009, 50'000 und im 2010 wie gesagt 50'000 Brütlinge, besetzt und in den letzten 3 Jahren pro jahr bis zu 2500 Sömmerlinge....

War das alles für die Katz?

Gefangen werden desshalb nicht mehr Hechte, sind immer so um die 500
Interessant wäre da der Versuch mal einige Jahre nicht zu besetzen um zu schauen wie sich die Fänge entwickeln ;) bleiben sie stabil?

Was haltet ihr den von dem Vorschlag?

http://www.pvbern.ch/attachments/articl ... nfrage.pdf

Gruss
Tiom
Zuletzt geändert von Arts am Mi 8. Feb 2012, 14:19, insgesamt 2-mal geändert.
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Alet
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Re: Sehr interessante Studie über Hechtbesatz

Beitrag von Alet »

In ZH sind gerade entsprechende Versuche an Pfäffikersee und Greifensee am laufen. Seit 2010 wird nicht mehr besetzt.
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