Punkt 6 Uhr Morgens schlug die alte Turmuhr und mit dem letzten Schlag flogen unsere Köder Richtung Wasseroberfläche. Die Forellensaison 2007 war somit für Mauro und mich Eröffnet. Wie immer zu Anfangs Saison entschieden wir uns für die den silber/roten Brauen Spinner von Stucki in der 12gr Version. Köderfische wären auch noch eine gute Wahl, doch bei den letzten Spaziergängen entlang dem Aareufer und den bekannten Plätzen, liessen sich keine Jungfische entdecken, leider und so entschlossen wir uns hat für die erste Variante, welche uns in den vergangenen Jahren unser Vertrauen auch immer wieder mit schönen und starken Fischen dankte. Eine der mitunter besten Zeiten zum Spinnfischen auf Forellen ist der Frühling, vor allem wenn die Fische abgelaicht haben und die Schonzeit vorüber ist. Zum ablaichen ziehen die Bachforellen in die Oberläufe der Flüsse und nicht selten kann „Mann“ auch im kleinsten Hinterlauf mit einer Kapitalen rechnen. Je nach Wassertemperatur sind die Fische noch träge und deshalb haben langsam geführte Köder, gegen die Strömung geführt, die besten Chancen. Uns hat die Erfahrung gelehrt, dass die Forellen gereizt werden müssen, selten bringt der erste Versuch den gewünschten Erfolg, ganz im Gegenteil, es sind meist drei oder vier Würfe erforderlich um dem Fisch zum Anbiss zu bewegen. Unserer Theorie gehen folgende Gedanken voraus: Beim ersten Versuch nimmt der Fisch den Köder wahr, beim zweiten bringt er sich in Position und erst beim dritten oder vieren Wurf schlägt er zu. Aus diesen Erwägungen heraus werfen Mauro und ich die verdächtigen Stellen immer mehrmals an und wir können dazu nur bestätigen, dass es oft zum Erfolg führt und es sich immer lohnt eine gute Stelle ausgiebig abzufischen.

Wir starteten unsere Tour bei der Schwelliplatte und folgten dem Fluss abwärts entlang dem Ballypark, der Geländerstrecke beim Spazierweg der ehemaligen Ballyschuhfabriken Richtung Schönenwerder Badi, Mauros Lieblingstrecke.

Strecke entlang dem Ballypark.

Pfahlbauersiedlung im Ballypark.

Ein stiller Jäger auf der Lauer.

Geländerstrecke entlang den alten Ballyschuhfabriken.

Mittlerweile zeigte die Uhr 7.30 und noch keine Spur eines Zupfers oder eines Nachläufers. Lag es am Köder, war das Wasser zu kalt, oder waren die Bachforellen etwa gar nicht da? Das der Bestand unserer Bachforellen nicht zum Besten steht dürfte wohl allen klar sein, aber was einen echten Fischer ausmacht, ist der Glaube und die Zuversicht, heute zu den glücklichen. Mauro montierte gerade um auf Köderfische, ganz nach dem Motto wer nicht wagt der nicht gewinnt, da kam bei mir der Hammerbiss! Die Speedmaster 2.40 parierte diesen sauber und die gut eingestellte Kopfbremse gab erst einmal ca 10m Nylon her und verhinderte, dass der Fisch sofort aus dem Wasser sprang. Nun, wie ich schon des Öfteren geschrieben habe, liebe ich hart eingestellte Bremsen und somit hatte es sich mit den Fluchten auch schon. Der Haken sass sauber vorne im Maul der Forelle, so dass, sie ihn auch nicht mit zwei, drei Sprüngen abschütteln konnte. Nach kurzem hin und her, der Feumer musste erst geöffnet werden, konnte mir Mauro diese schön gezeichnete und wohlgenährte 35zigerin landen, vielen Dank Mauro!

Nachdem sich im laufe des Vormittags der zähe Nebel endgültig verzogen hatte und die Sonne ihre Strahlen bis auf das Wasser hinunter schicken konnte, wurde es auch bezüglich Temperaturen sofort angenehmer. Es schälten sich aus den noch im Morgennebel verschwommenen Konturen die ersten bekannten Gesichter hervor und es wurden eifrig die neusten Infos ausgetauscht, wobei sich die eher magere Bilanz auch sofort aufzeigte. Viel wurde nicht gefangen, auch Mauro gelangen, wie übrigens einigen Fischern, lediglich einige Fänge von untermasigen Forellen und einem 60er Aarehecht. Auch „Brunner“, der auf diesem Wege mal wieder den „Martin“ grüssen lässt, gab alles und versuchte sein Glück mit sämtlichen Ködern in seiner Box.

Als sich gegen Mittag dann der Hunger meldete, machten wir uns auf in die Gösger „Bubebadi“, wo wir um eine Feuerstelle wussten, an dem sich wie übrigens seit Jahrzehnten, unsere Freunde zu einem gemütlichen Hock trafen.

Mauro und Mauro bei der Vorspeise.

Und wie es sich für ein Treffen unter Gleichgesinnten gehört, ist an solchen Anziehungspunkten auch immer mit angenehmen Überraschungen zu rechnen. Für die sorgte heute der Freund „Randstein“ aus Sempach, der sich als Freund von einem Freund die Ehre an der Schönenenwerder Aare gab.

Es dauerte nicht lange und aus dem Feuer wurde eine grosse Glut, nun aber, schnell den Rost darüber und die kulinarischen Köstlichkeiten darauf gelegt. Ob Steaks, Würste, ja sogar die Bachforelle stand auf dem Speiseplan, es wurde gegessen wie bei den Fürsten und der geselligen Runde war die Zufriedenheit und die Freuden des Tages schon von weitem anzumerken.

Ob Steak oder Forelle, es schmeckte alles ausgezeichnet und übrig blieb nichts!

Ein Prosit auf die Gemütlichkeit!

Vielen Dank Freunde, es hat wie immer Spass gemacht! Im laufe des Nachmittags löste sich die gemütliche Runde allmählich auf und während die einen den Nachhauseweg antraten, versuchten die anderen ihr Glück nochmals am Fischwasser. Auf das, dass noch viel solche Tage folgen mögen, in diesem Sinne!


