Sense 2014

Beschreibungen von Flüssen und Flussabschnitten.
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Rolandus

Sense 2014

Beitrag von Rolandus »

Hoi zäme
War gestern an der Sense, zum einen um mein neues Projekt "bik'n fish" zu testen (Velo in den Zug bis Station X, dann von da ans Gewässer), doch davon später mal.
Fischte von oberhalb Thörishaus bis gegen den Zusammenfluss von Sense und Schw.wasser am Morgen früh.
- Keine andern Fischer
- Keine Fisch fressenden Vögel
- keine Fische, weder am Haken noch sonst wo sichtbar
- wunderschöne Natur, ein paar Pilze (Täublinge und Reizker)
- Klares und verhältnismässig wenig Wasser

Nach etwa drei Stunden Fliegenfischen, gab ich auf (keinen Biss auch nie einen Fisch steigen sehen).
Montierte dann mein UL Spinnrütchen mit Mepps-Spinner und abwechslungsweise Wobbler und fischte dann noch Löcher, unterspülte Stellen mit viel Holz etc. ab.
Oft ging ich einfach nur "indianermässig" weiter ohne zu Fischen und schaute, ob ich irgendwo ein Lebenszeichen sehe.
Nichts, kein Nachwuchs, kein Schatten davon flitzen, nichts. Das fand ich komisch. Denn sonst sah man sogar ab und zu beim Baden dort in der Nähe immer wieder kleine Forellen davon flitzen, ohne sich speziell sachte zu nähern.

War jemand in letzter Zeit in der Sense und hatte Fischkontakt?
Ich habe auch keinen Beitrag aus diesem Jahr zur Sense gelesen.
Ist da wirklich langsam ziemlich "sense" mit Fisch?
Zuletzt geändert von Rolandus am Fr 22. Aug 2014, 12:01, insgesamt 1-mal geändert.
habakuk

Re: Sense 2014

Beitrag von habakuk »

Komisch bei so einem wumderschönen Gewässer, aber leider oft so...
petrijünger79

Re: Sense 2014

Beitrag von petrijünger79 »

bin vor paar Monaten in die nähe von Schwarzenburg gezogen.

genau dieselbe Erfahrung musste ich an der Sense zwischen Lanzenhäusern und Thörishaus auch schon 2 mal machen. Kein biss, nicht auf nympfe, nicht auf wobbler, nicht auf spinner.

Wenn man jedoch die Menschenmengen sieht welche sich an schönen Sommertagen an der Sense tummeln verwundert es mich nicht, dass es mit dem Fischbestand nicht zum besten steht.
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Re: Sense 2014

Beitrag von T-Noo »

War diese saison auch ein paar mal an der sense zwischen flamatt und ruchmühle. kurz und knapp: dito.

Bin übrigens in flamatt aufgewachsen und kenne die sense schon lange: viele leute hatte es schon vor 20 jahren...aber damals hatte es auch noch fische.
Gruss Tinu

"Niemand beging einen grösseren Fehler als jener, der nichts tat, weil er nur wenig tun konnte." (Edmund Burke)
Rolandus

Re: Sense 2014

Beitrag von Rolandus »

petrijünger79 hat geschrieben:Wenn man jedoch die Menschenmengen sieht welche sich an schönen Sommertagen an der Sense tummeln verwundert es mich nicht, dass es mit dem Fischbestand nicht zum besten steht.
Dieses Jahr und in letzter Zeit hat es wohl nicht so viele Leute gehabt wie in andern Jahren (Scheiss Sommer / Hochwasser).
Und ja, vor 20 Jahren hatte es auch viele Leute. Oder sogar vor 30. Da bin ich nämlich auch öfters mit Kollegen im Sommer abends an die Sense :oops: :oops:
Aber da sah man immer wieder Fische, wie ich mich erinnern kann, ohne dass ich damals noch gefischt hätte.
Auch Fischer gab's da sicher nicht weniger.
Ich habe letzten Sommer unter der Sense-Brücke bei Schwarzenburg (Pösche) recht viele grosse Barben gesehen. Fressen die vielleicht den ganzen Laich und die Jungfische weg?
Rolandus

Re: Sense 2014

Beitrag von Rolandus »

Hab beim Googeln noch was gefunden.
http://www.sense21.ch

Da gibt's ein paar interessante Karten und Studien, auch zum Fischrückgang.
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pegasus72
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Re: Sense 2014

Beitrag von pegasus72 »

Jup, vor 30-40 Jahren gab es auch viele Badende, aber auch viele Fische, und nicht nur Barben, wie heute. Als Berner ist man mit dem Velo ans Schwarzwasser oder an die Sense baden gegangen und hat die Forellen damals von Hand gefangen (und ab und zu auch mal eine stolz nach Hause gebracht). Das waren aber keine 18er Forellen - nein, das waren ordentliche 35er Bachforellen.

Meine Meinung/Erfahrung/Sichtweise (die nicht unbedingt geteilt werden will):
Forellen trifft man heute kaum noch in der Sense an. Ich befische den Oberlauf der Sense schon seit über 30 Jahren, zwischen 6 - 20 Angelausflüge, während der Forellenzeit. Mein persönliches Fazit: der Fischrückgang ist nicht erst seit ein, zwei Jahren frappant, sondern ist heute einfach auf dem Stand, wo man keine Forellen mehr fängt und deshalb fällt es auch dem Gelegenheitsangler auf. Vor 5 Jahren war es einfach mal ein schlechter Tag wo nix gebissen hat. Und dann fing man mal wieder eine untermassige Forelle und es war wieder gut. Heute fällt es einfach mehr auf, weil praktisch nix mehr gefangen wird. Gar auf Wurm wird kaum noch was gefangen.

An der Nahrung im Fluss kann's nicht liegen (Köcherfliegenlarven und Bachflohkrebse gibts sehr viele). Auffällig ist, dass kaum noch Steinfliegenlarven auszumachen sind, jedenfalls habe ich die letzten zwei Jahre kaum noch welche gesehen. Geht's nur mir so?

Zum Projekt sense21: tolle Sache - eine Renaturierung mehr, ein Eingriff mehr, ein Risiko mehr, eine Chance mehr? Meine Aussagen oben beziehen sich auf den Oberlauf der Sense - sense21 auf den Unterlauf. Im Oberlauf sehe ich keine Veranlassung zur Renaturierung (da empfehl ich höchstens Hände weg von Eingriffen!).

Fischotter habe ich noch keine an der Sense angetroffen, Waschbären schon (haben jedoch in meinen Augen keine grossen Einfluss auf den Fischbestand), fischfressende Vögel sowie andere Angler gab's früher häufiger, mittlerweile kaum noch anzutreffen (warum wohl?).

Für mich gibt es eigentlich nur zwei Gründe, warum es keine Forellen mehr in der Sense hat:
- leergefischt
- fehlender Besatz

Das Gewässermanagement ist im Gegensatz zu früher auf ein absolutes Minimum reduziert worden. Da kannst du froh sein, wenn du in 5 Jahren mal einen Fischereiaufseher zu Gesicht bekommst (weiss gar nicht mehr, wie die aussehen...). Wenn das so weitergeht, frag ich mich glatt, wozu ich noch das Patent löse. Aber da müssen wir Flussfischer uns weiter dran gewöhnen - die Fischerlobby im Kt. Bern beschränkt sich nun leider auf die Seen. Die Flussfischer haben das Nachsehen.

Meine Meinung und muss, wie erwähnt, nicht geteilt werden.
diplont

Re: Sense 2014

Beitrag von diplont »

Da die Sense das am von meinem Arbeitsort deutlich nächstgelegene Gewässer ist, bin ich meistens (gezwungenermassen) dort anzutreffen... Ich kann den Eindruck nur teilweise bestätigen... Zu Beginn der Forellensaison gleiches Bild wie oben beschrieben...aber in den letzten Wochen, gerade nach dem Hochwasser hatte ich eine massive Zunahme an Bissen und bin eigentlich kaum mehr als Schneider nach Hause... Zeitweise hatte ich in zwei-drei Stunden 10 Forellen und mehr (jeweils auf Wobbler u/o Mepps)... Was mir jedoch auffällt ist, dass allesamt höchstens knapp massig sind (und daher nahezu ausnahmslos jeweils davonschwimmen dürfen), die meisten sogar klar untermassig... Einzig im Oberlauf der Sense hatte ich ein, zwei gute Forellen jenseits der 30er Marke...

Wäre daher ebenfalls um ein Alternativgewässer dankbar... - Tipps gerne per PN... :lol:

meine bisher grösste an der Sense:
Bild


auch sowas findet gelegentlich den Wobbler... :? :
Bild
Rolandus

Re: Sense 2014

Beitrag von Rolandus »

Petri zu den Sensefischen !
Es mag auch andere geben, die fleissiger an der Sense anzutreffen sind, welche ab und zu eine schöne Forelle fangen.

Ich hab vielleicht grad einen Tag mit zu klarem Wasser gewählt. Das nächste Mal gehe ich nach dem Regen an die Sense oder Schw.Wasser und schaue mal, wie sich das präsentiert.
Nur hab ich langsam ein schlechtes Gewissen, an Flüssen zu fischen, wo es nachweislich nicht mehr sooo viele Fische gibt.
Ich will mich da selbst beschränken, habe auch an anderer Stelle schon gesagt, dass ich nichts gegen Moratorien hätte an gewissen Gewässern oder Abschnitten.
Dann würde man ja sehen, wie viel der Befischungsdruck am Problem selbst ausmacht. Jedenfalls hatte sich der Aeschenbestand in der Aare einigermassen erholt und weder Prädatoren noch die Menschen, die unnatürliches Zeugs ins Wasser leiten und Bööteln/Baden hielten sich an das Moratorium......
Sense-Fischer

Re: Sense 2014

Beitrag von Sense-Fischer »

Da die Sense eines meiner Hauptgewässer ist (wohne in Flamatt), bin ich oft am Unterlauf der Sense anzutreffen. Was mir dieses Jahr aufgefallen ist, ist der Rückgang der untermassigen Forellen. In früheren Jahren fing man fast bei jeder Schwelle ein paar untermassige. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Dafür konnte ich dieses Jahr bereits zwei Forellen über 37cm fangen. Dies ist für die Sense bereits ziemlich gross :wink:

Was mir ebenfalls aufgefallen ist, sind die grossen Barben-Trupps, welche zum Teil über 10 Stück beinhalten. Inwiefern diese den Forellenbestand beeinflussen, kann ich aber nicht beurteilen.
Rolandus

Re: Sense 2014

Beitrag von Rolandus »

Ich war gestern in Schwarzsee (nicht zum Fischen, sondern meine Tochter in einem Lager besuchen).
Beim Rückweg konnte ich's nicht lassen, unterhalb von Zollhaus ein wenig im Flussbett zu wandern und etwas "riverwatching" zu betreiben.
Schon krass, was da an Holz rumliegt. Kürzlich oder am Wochenende ist sicher auch noch einiges runter gekommen, denn in den Auen (im Wald drin) war alles noch total nass und die Bodenvegetation umgelegt.
Bild

Ich war 2013 das letzte Mal da fischen. Es war da schon immer wild, aber an soviel krass Schwemmholz kann ich mich nicht erinnern.
Irgendwie einerseits Natur pur, andererseits beängstigend zerstörerisch.

Gehe mal davon aus, dass wenn das ganze Holz im Gegensatz zu früher liegengelassen wird, sollten sich doch mit der Zeit viele geeignete Strukturen bei den Wasserläufen bilden, wo Forellen Unterstand finden und der Bestand sollte sich erholen können. Bin gespannt.
PS. Nirgends in tieferen Stellen einen Fisch erkennen können. Gibt es dort oben auch ab und zu Laichgruben, kennt sich dort jemand damit aus?
fishingT

Re: Sense 2014

Beitrag von fishingT »

Hallo zusammen
Ich fische regelmässig an der Sense und musste diese Saison auch feststellen, dass es schon bessere Jahre gab.

Saisonbeginn März/April:
Der erste Abend an der Sense (Thörishaus): Ca. 800m Strecke, 1.5h Fischen = 3 Forellen (eigentlich ja ein super Start)

Persönliche Lieblingszeit auf Forellen (Mai):
ca. 3 Km Strecke (Thörishaus aufwärts), = 1 Biss, 35cm Forelle (an den besten Hotspots gab es keinen einzigen Biss :shock:

Der Sommer war dann leider von viel Regen geprägt und die Sense war nicht all zu oft befischbar.
In Thörishaus konnte noch ich einige Alets, Barben und Forellen fangen. Die Masse an untermässigen Forellen, welche die Sense die letzten Jahre hatte, blieben jedoch aus.
Oberhalb Schwarzenburg konnte ich noch einige Forellen fangen (jedoch nur bis 30cm). Der Fischbestand war aber schockierend. Jahre zuvor, fing man locker 20 Forellen in 2h, wobei höchstens 4 mässig waren.

Erfreulich hingegen war die Strecke bei der "Ruchmüli", da der Sommer ausblieb und somit auch die Badende, konnte an dieser Strecke wiedermal anständig gefischt werden. Ich war drei Mal dort und hatte 7 Forellen zw. 27-32cm.

Vielleicht müssten einige Gewässerabschnitte für 2-3 Jahre gesperrt werden, damit sich die Bestände in unseren Bächen wieder einbisschen erholen. 2015-2018 Sense, 2017-2019 Schwarzwasser, 2018-2020 Aare Thun-Neubrück... Das würde aber sicherlich auch nicht viel bewirken (bei den Äschen hat's auch nur temporär was gebracht)...

Ich wünsche euch noch einen guten Abschluss der Saison 2014 - Barsch und Hecht aufgepasst....
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