In letzter Zeit hat man hier im Forum regelmässig von "wilden" Namaycushs, Saiblingen etc. gehört. Ich störe mich bei solchen Fischen ehrlich gesagt etwas an der Bezeichnung "wild".
Als "wild" werden hier jeweils solche Fische bezeichnet, welche im Gegensatz zu den frisch besetzten Fischen intakte Flossen aufweisen. Allerdings sind die Flossen jeweils bereits nach einigen Wochen oder Monaten wieder zusammengewachsen, auch wenn sie dann niemehr die exakte Form eines in Natur aufgewachsenen Fisches aufweisen. Ebenfalls wird wohl bei der Bezeichnung "wild" angenommen, dass der Fisch im jeweiligen Bergsee geschlüpft und aufgewachsen ist, was man nicht so einfach mir nichts dir nichts behaupten kann. Als "wild" gilt gemäss den verschiedenen Schreibern auch, wenn das Fleisch rötlich ist.
Genau über dieses Thema "wann ist ein Fisch wirklich als wild zu bezeichnen" diskutierte ich ausführlich in meinen Kanadaferien mit zwei einheimischen Kanadiern. Beide waren Natives (Indianer). Dabei ging es nebst dem dort heimischen Salvelinus namaycush (Kanadische Seeforelle = Lake trout)) auch um die Rebofos und Stealheads in den Flüssen und Bächen. Letztere nannte ich auch als "wild", was die beiden aber vehement dementierten.
Sogar wenn ein Fisch in einem Bergsee in der Schweiz durch Naturverlaichung dort aufwuchs (was in vielen Bergseen gar nicht möglich ist), ist er meines Erachtens kein "Wildfisch", denn ursprünglich und vor erdgeschichtlich extrem kurzer Zeit wurde er in allen Fällen vom Menschen dort angesiedelt und stammt von genau solchen Zuchttieren ab. Deshalb kann man meiner Meinung nach keinen Salmoniden in Schweizer Bergseen als "wild" bezeichnen.
Mich interessiert eure Meinung dazu! Kann man in Schweizer Bergseen eine Forelle oder einen Saibling als "wild" bezeichnen?
Hier noch eine richtig "wilde" Lake Trout, die ich diesen Sommer in Kanada fing.


