... und nochmals die Bauern

Beschreibungen von Flüssen und Flussabschnitten.
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helix
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... und nochmals die Bauern

Beitrag von helix »

Hallo Fischerkollegen

Wir Fischer konnten letzthin bekanntlich einen grossen Erfolg verbuchen. Nach unserer Volksinitiative "Lebendiges Wasser", begegenete uns das Parlament mit der Revision des Gewässerschutzgesetzes. Faktisch bedeutet dies, dass in den nächsten Jahrzehnten fast sämtliche kanalisierten, begradigten und eingedolten Fliessgewässer revitalisiert werden sollten. Jährlich stünden dafür rund 60 Millionen Sfr. zur Verfügung.

Aber der Erfolg ist noch nicht am Trockenen! Nun gibt es Widerstand von Seiten der Bauern gegen die geplanten Vorhaben. Da der Schutz der Gewässer teilweise auf Kosten von landwirtschaftlicher Fläche geht, sind die Bauern nicht bereit, diese Erneuerung der Gewässerschutzverordnung (muss noch BR verabschiedet werden) so hinzunehmen. Die Bauern würden dadurch nicht nur Land verlieren, sondern dürften in diesen Zonen nur extensiv (ohne Düngung und Pflanzenschutzmittel) bewirtschaften, würden aber jährlich mit 20 Millionen Sfr. zusätzlich subventioniert. Trotzdem wehren sie sich nun und wollen das nicht akzeptieren, sie sehen grosse Verluste und fühlen sich in ihrer bäuerlichen Tätigkeiten dadurch eingeschränkt. Ausserdem fürchten sie, dass die Sicherung von genügend Fruchtfolgeflächen, die für die sichere Ernährung des Landes wichtig sind, in Gefahr sei.

Nun müssen also noch einige Verhandlungen geführt werden und es besteht die Gefahr, dass der Fischwelt und uns von Bauernseiten noch einige Steine in den Weg gelegt werden. Schon oft habe ich gerade von Bauernseite abschätzige Voten gegnüber uns Fischern gehört. Schade, dass auch heute noch nicht von allen Leuten die Wasserwelt so geschätzt und als so wertvoll angeschaut wird... :(

Gruss
helix
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Gruess helix
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Flümi
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Re: ... und nochmals die Bauern

Beitrag von Flümi »

es wäre wohl eine Lösung, wenn man die Bäche in Röhren unterirdisch führt. so gewinnt man sogar noch Platz für die Landwirtschaft und wenn die Röhren auch dicht sind, kann man auch über die Bäche drübergüllen, ohne dass etwas in die Bäche gelangen würde. das wäre das Beste für uns alle.
Gruss, Stefan
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JJwizard
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Re: ... und nochmals die Bauern

Beitrag von JJwizard »

Was sagte gestern der schon öfters unglücklich aufgefallene Christophe Darbellay (CVP-Präsident) im SF DRS ....... die Schweiz müsse sich jetzt zwischen Atomkraft oder ein paar Amphibien weniger (damit meinte er auch Fische etc.) entscheiden. Dazu fällt mir spontan ein was vor gut 100 Jahren mal ein weiser Ureinwohner Nordamerikas in seinem Reservat gesagt hat, ,,zuerst stirbt das Tier und dann der Mensch!" Vermutlich muss aber ein CVP Politiker so denken, denn auf Ihn wartet ja erst im Himmelreich sein Paradies, doch mein Paradies ist da wo Lurche, Frösche und Fische leben.

Zu den Bauern ist zu sagen, nicht nur Sie müssen den mit der Luxus-Gesellschaft gewachsenen Egoismus versuchen wieder zum Wohl der Gemeinschaft abzulegen! Schwiergig bei einer ständig wachsenden Weltbevölkerung, denn weniger Lebensraum fördert nachweislich das Aggressionspotenzial.

JJ
Zuletzt geändert von JJwizard am Mo 28. Mär 2011, 11:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Alet
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Re: ... und nochmals die Bauern

Beitrag von Alet »

Ausserdem fürchten sie, dass die Sicherung von genügend Fruchtfolgeflächen, die für die sichere Ernährung des Landes wichtig sind, in Gefahr sei.
????? Wir müssten dieses Land als Bauland einzonen, da wären alle Bauern dafür. :wink:
Schweizer Angler

Re: ... und nochmals die Bauern

Beitrag von Schweizer Angler »

@flümi

Also eingedohlte bäche sind das schlechteste für fische (eintönige strömung, wenig sauerstoff, wenig nahrung, keine unterstände), nicht umsonst werde gerade verdohlungen seit einigen jahren wieder aufgerissen und der lauf renatuiert.


Zudem sehe ich nicht ein wieso die bauern noch mehr land brauchen, wo wir schon eh extrem ze- und besiedelt sind. Noch mehr bis an die gewässer bschütten? Gülle belastet nicht nur die fischgewässer (und gerade kleinste wasserkäufe beherbergen oft mehr fische & schönere fische , auch als ideale kinderstube) als der grosse befischte bach nebenan. Zudem belastet gülle auch das trinkwasser.

Es ist richtig dass die neue ch-agrarpolitk bauern nicht mehr mit dem giesskannenprinzip mit direktzahlungen versorgen will, sondern mehr ökologie und umweltschutz fordert. Das bedeutet auch eine einschränkung des güllens. gülleunfälle stehen in der schweiz an erster stelle der fischsterben (http://www.google.ch/search?q=g%C3%BCll ... art=0&sa=N)m die bussen sind oft lächerlich, da bauern ja dauernd (und gut) jammern, sind 1000 fränkli oft schon viel.

@jj

das mit darbellay habe ich auch mitbekommen (meine persönliche antwort hier; )


leider setzen die meisten rechtsbürgerlichen politiker aus fdp, bdp und svp nun im sinne dass niemand mehr akw will darauf, dass man wieder alle bäche verbauen will. von einen extrem ins andere, zudem wittern sie jetzt morgenluft den erreichten gewässerschutz wieder zu torpedieren bevor er überhaupt in kraft ist. desshalb wähle ich (wie unsere nachbarn in d) ganz sicher nicht rechts, sondern grün.


Gruss

sa
Zuletzt geändert von Schweizer Angler am Mo 28. Mär 2011, 10:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Loup
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Re: ... und nochmals die Bauern

Beitrag von Loup »

Eine groooosse Aufgabe, sich gegen eine so starke Lobby aufzulehnen.
Gruss vom Murtensee
Loup
astacus

Re: ... und nochmals die Bauern

Beitrag von astacus »

Alet hat geschrieben: ????? Wir müssten dieses Land als Bauland einzonen, da wären alle Bauern dafür. :wink:
leider ein wahres wort. eine revitalisierung der grösseren schweizer gewässer würde nämlich nachgewiesenermassen nur 1% derjenigen grünfläche brauchen, die jährlich überbaut wird. dagegen wehren sich die bauern aber nicht, schliesslich bekommen sie dafür ja geld.
rocknroll666

Re: ... und nochmals die Bauern

Beitrag von rocknroll666 »

Flümi hat geschrieben:es wäre wohl eine Lösung, wenn man die Bäche in Röhren unterirdisch führt. so gewinnt man sogar noch Platz für die Landwirtschaft und wenn die Röhren auch dicht sind, kann man auch über die Bäche drübergüllen, ohne dass etwas in die Bäche gelangen würde. das wäre das Beste für uns alle.
Schweizer Angler hat geschrieben:@flümi

Also eingedohlte bäche sind das schlechteste für fische (eintönige strömung, wenig sauerstoff, wenig nahrung, keine unterstände), nicht umsonst werde gerade verdohlungen seit einigen jahren wieder aufgerissen und der lauf renatuiert.
Flümi... ich nehme jetzt einmal stark an, dass das ironisch gemeint war? :lol:

Gruss
Tom
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Flümi
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Re: ... und nochmals die Bauern

Beitrag von Flümi »

ja, selbstverständlich. :wink:

ich hab schliesslich auch lieber schöne, renauturierte/natürliche Bäche mit Fischen drin und nicht totgegüllerte Kanäle/Rohre usw. Die Bauern wären sicher auch froh, wenn wir nicht aus Unachtsamkeit oder sonstigen Gründen ihre Felder vertrampeln, Wurmdosen, Drillinge, Wobbler und Schnurreste in den Feldern "verlieren" oder Fischeingeweide auf ihr Gemüse oder ihre Obstbäume werfen ...
Gruss, Stefan
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