Zander am Greifensee

Beschreibungen von Seen und Teichen.
Bärschli

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von Bärschli »

Exos hat geschrieben:10 - 20 schöne Zander??? :shock:
Dir ist es wohl scheissegal, ob es nächstes Jahr noch Zander gibt, was? Hauptsache die Tiefkühltruhe füllen. :roll:
Solltest es dir wirklich nochmals überlegen, vor allem weil der Zanderbestand am Greifensee wie schon erwähnt noch im Wachstum ist...
Ist mir überhaupt nicht scheissegal, ob es nächstes Jahr noch Zander gibt! Und ihr könnt auch davon ausgehen, dass ich Zander in der Kategorie 20-30 cm nicht "schön" für die Pfanne finde. Und ich gehöre auch nicht zu denjenigen Fischern, die die Restaurants mit Felchen, Egli, Zandern etc. beliefern und so den Berufsfischern das Geschäft kaputt machen. Was ich verwerte, wir auch im Kreis meiner Familie gegessen. Ich bin für eine nachhaltige Fischerei, deshalb habe ich zum Beispiel auch mit Freude davon Kenntnis genommen, dass der Zander am Sihlsee ab diesem Jahr von Mitte März bis Ende Mai endlich durch eine Schonzeit geschützt ist und somit die "Nestknüppelei" unterbunden wird. Erfreut bin ich übrigens über die Tatsache, dass ihr mich als so sensationell guten Fischer einschätzt, dass ich problemlos an einem für mich neuen Gewässer 10-20 schöne Zander fangen werde.... :wink:
Bärschli

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von Bärschli »

gonefishing hat geschrieben: 10-20 Zander im Jahr halte ich nicht für Fleischfischerei. Wenn man sie nicht vom Nest runter fängt, dann ist es nicht so einfach einen Zander zu fangen. Und man kann davon ausgehen dass man mit der Entnahme von, ausserhalb der Laichzeit gefangenen, Zandern mit der Angelfischerei keinen bis kaum Einfluss auf die Bestandesentwicklung nimmt.
Gleicher Meinung. Der Zander ist ein barschartiger. Deshalb die gleiche Thematik wie beim Egli: Bestandesschwankungen. Ein guter Jahrgang (zu geringe Abfischung des Potentials) führt dazu, dass dieser nach einer gewissen Zeit praktisch einen ganzen Jahrgang an Jungfischen auslöschen kann, was in den Folgejahren zu einem grossen Rückgang der Fänge führt, da ja nichts mehr da ist, das nachwachsen kann. Auch Zander sind Kannibalen und füllen sich den Bauch mit dem eigenen Nachwuchs. Ich bin somit überzeugt, dass eine gezielte Befischung der grossen Fische (grosse Köder!) ausserhalb der Laichzeit mittel- bis langfristig einen positiven Einfluss auf die Bestandesentwicklung hat, da der Nachwuchs "sicherer" aufwächst.
Benutzeravatar
thymallus
Beiträge: 587
Registriert: Fr 7. Nov 2008, 17:38
Meine Gewässer: überall wo's Fische gibt...
Has thanked: 3 times
Been thanked: 7 times
Switzerland

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von thymallus »

@ bärschli:
ich teile deine meinung zu 100%

gruss, thymallus
God made one third of the earth land and two thirds water which clearly shows that he intended man to spend one third of his time plowing an two thirds fishing!
Benutzeravatar
bluefish
Beiträge: 90
Registriert: Di 17. Feb 2009, 21:13
Meine Gewässer: Greifensee, Reuss
Has thanked: 4 times
Been thanked: 2 times

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von bluefish »

gutes Stichwort: ausserhalb der LAICHZEIT..... => @bärschli...ich nehm' dich beim Wort, du wirst demnach im April/Mai die Zander nicht von deren Nester wegfangen, oder?.....wir werden ja sehen

....Ich halte Ausschau nach roten Mietbooten....PETRI
phil

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von phil »

Leute kriegt euch wieder ein !
Die Angelfischerei hat einen recht kleinen Einfluss auf einen Bestand. Der Einfluss der Angelfischerei auf den Barsch beispielsweise ist meist = 0.
Gerade für einen Fisch wie den Zander, der doch nicht gerade einfach zu fangen ist, gilt das noch viel mehr. Aber einige Leute können sich offenbar mit ihren Gehässigkeiten gegen andere (erfolgreichere ?)Fischer kaum zurückhalten... Relax -
Ihr fangt nicht mehr wenn ihr Andren eure Moralvorstellung aufs Auge drückt ! (Und damit weiss-ich-was kompensiert...)

Wenn jemand von den "Menschlichen Kormoranen" einen signifikanten Einfluss hat, sind das am ehesten die Herren mit den Netzen.
Wenn ihr "butzig" auf die Laichzeit - Wilderer seid - OK, versteh ich. Finde das auch eher uncool.
Aber alles andre ist Bullshit und beweist höchstens eure Unkenntnis. Die Entwicklung einer Population ist sehr schwer zu beurteilen und zu beziffern, selbst für Fischereibiologen.
Einige von Euch haben da komische Vorstellungen. Das man dem Kormoran was wegfangen muss versteh ich beim besten Willen nicht - einiges andre was hier steht auch nicht.
Seis drum, ist halt das weite web, wo jeder Mongo seinen Senf dazugeben kann. So auch ich...
Schweizer Angler

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von Schweizer Angler »

Die Angelfischerei hat einen recht kleinen Einfluss auf einen Bestand
Die Entwicklung einer Population ist sehr schwer zu beurteilen und zu beziffern, selbst für Fischereibiologen
:wink: naja, das ist schon selbst widersprüchlich - wie weiss man denn dass die angelfischerei einen recht kleinen einfluss hat wenn man es nicht beurteilen/beziffern kann?

ich kenne 2 bäche im berner oberland wo die angelfischerei - und jetzt je nachdem wie man es anschaut - einen einfluss hat. dort sind je eine person bekannt, die den durchschnittlichen "ertrag" zu je 30-50 prozent abschöpft. gäbe es dort mehr solcher angler, würde der bestand wohl sogar geschädigt. ähnliche gedanken/beispiele nennt r. arlinghaus in seinem buch "der unterschätzte angler".
frage ist wohl, was ist ein guter bestand überhaupt - gut aus sicht der natur, gut aus sicht des anglers. was ist ertrag? ein wort aus der landwirtschaft - viel sähen=viel ernte. die natur kennt den "ertrag" aber nicht, sie richtet es selbst ein ob es "starke" oder "schwache" jahrgänge/bestände hat. es sind nur wir, die einen dauernd gleichbleibenden "ertrag/bestand" wünschen und fördern. bei einem in unseren augen schwachen jahrgang heulen wir bereits auf, wie die wirtschaft die ein jahr halt weniger umsatz als im vorjahr macht ;-)

ich glaube beides ist richtig - grosse fische am leben zu lassen (potentielle laichfische) und nur kleinere zu beangeln, aber auch umgekehrt. ich glaube das ist von bestand zu bestand, von art zu art, von besatz zu besatz und von natürlichem aufkommen zu aufkommen und immer gewässerspezifisch anders. problem ist zu wissen wo was wie? eine erfolgskontrolle gibts beim besatz selten - war auch am entsprechenden seminar des fvt vom 9. januar von fischereidirektoren zu vernehmen - "man macht halt weiter weil mans schon jahrzehntelang so macht", obs effektiv was bringt weiss man bis heute eigentlich nicht.......scheint sogar eher so, dass es nichts bringt, erste erfahrungen/untersuchungen aus dem ausland gehen in die, wenn auch noch nicht klare richtung.

und wegen mongo - aufpassen - "billig-fischer" und "mongo" sind in der anglerwelt die unworte des jahres 2010 8)


sa
phil

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von phil »

Hm ok, ich bin natürlich von Seen ausgegangen, in kleinen Fliessgewässern und kleinen Weihern mag das anders sein.
Die Grösse einer Population (der korrekte Begriff für Bestand), kann man schon Beurteilen. Das Problem ist die Datenerhebung. Das ist bei Fischen extrem aufwändig. Einer meiner Professoren macht sowas mit Steinböcken. Bei den Viechern kann man wenigstens zählen. Bei Fischen arbeitet man mit Hochrechnungen aus Probefängen, die Daten müssen mathematisch korrekt aufgearbeitet werden(Statistik, Fehlerrechnung etc.) Da wirds dann schon arg kompliziert.
Ich kann mich nur wiederholen: Bei der Angelfischerei in Stillgewässern gewisser Grösse (nicht gerade Feuerwehrteich) ist es aus biologischer Sicht doof, einen schönen Fisch "der guten Gene" wegen zurückzusetzen. Die Gene sieht mann nämlich nicht, nur den Phänotyp. Vereinfacht gesagt kann JEDER Fisch den man fängt die "Gene zum Gross werden" tragen, die Frage ist ob dies die Umweltbedingungen zulassen. Ein grosser Fisch muss auch nicht zwingend grosswachsende Nachkommen haben. Mama-und Papas Gene werden nämlich "gemischt". Wikipedia bietet da unter "Vererbung" einen guten Artikel der das ganze kurz zusammenfasst.


@ schweizer Angler: wer lesen kann ist im Vorteil.....
schwer zu beurteilen heisst man kann es beurteilen aber es ist schwierig.
also nix mit Widerspruch...
Schweizer Angler

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von Schweizer Angler »

da hast du sicher recht - das "schwierig zu berurteilen/schwer zu beurteilen" von mir bezog sich auf die fast abschliessend klingende "einfluss der fischerei auf den bestand hat einen kleinen einfluss" und wie man dies beurteilen kann, wenn es ja (sehr) schwer ist - desshalb 2 zitate von sätzen.

mit den genen hast du vollkommen recht, oft wird auch der fehler gemacht halt aufgrund von wenig gefangenen laichtieren das künstlich zu "mixen" was man gerade hat. eine natürliche auslese wie in der natur geht hier weg, nicht der stärkere/bessere gewinnt, sondern was der zucht gerade zur verfügung steht. folge sind oft "schwächere" fische, und z.b. bei bachforellen haben wir in der ch ein enormes genpuff, u.a. gerade aufgrund der mixe in der zucht und früheren besatz-importe aus dem ausland (rhone forelle im rhein-system etc.). im doubs wird seit neustem übrigens gar nicht mehr bei forellen besetzt, die natur muss es nun selber richten. gut der doubs ist auch ein noch einigermassen intaktes gewässer, wenn man es mit jenen im mittelland vergleicht.

für die die sich für "fisch-genetik" interessieren;

http://www.bafu.admin.ch/publikationen/ ... CVZ,s-.pdf

http://www.eawag.ch/organisation/abteil ... hase_1.pdf

zu genetik von zandern gibts zahlreiche studien im ausland.




gruss

sa
astacus

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von astacus »

phil hat geschrieben:Einer meiner Professoren macht sowas mit Steinböcken.
nievergelt?


sonst gebe ich phil, gonefishing, etc. recht und möchte denjenigen widersprechen, die angst um den zanderbestand haben: die paar fische, die angelfischer in einem solchen see fangen, wirken sich praktisch nicht auf den bestand aus. wer am greifensee zander fangen will, kann das ohne schlechtes gewissen tun. und wenn man sie von den laichplätzen weggefängt, ist mehr ein ethisches als ein populationsbiologisches problem. wenn es dem zander im greifensee tatsächlich gefällt, wird er sich weiter vermehren, auch wenn darauf gefischt wird. gefällt es ihm nicht, wird er immer selten bleiben, auch wenn nicht darauf gefischt wird.

und böse zungen behaupten ja sowieso, dass man den zander als neozoon in unseren gewässern nicht fördern sollte... :roll:
Benutzeravatar
miKe
Beiträge: 1019
Registriert: Mo 16. Okt 2006, 11:51
Meine Gewässer: vorwiegend Kanton Bern
Wohnort: Am Tor zum schönen Berner Seeland
Has thanked: 1 time
Been thanked: 6 times
Faroe Islands

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von miKe »

und wenn man sie von den laichplätzen weggefängt, ist mehr ein ethisches als ein populationsbiologisches problem.
Das sagt Asti... Da bin ganz anderer Meinung! Schau mal was in den vergangenen Jahren am Murtensee mit dem Zanderbestand geschehen ist!
und böse zungen behaupten ja sowieso, dass man den zander als neozoon in unseren gewässern nicht fördern sollte...
Wenn ich deine Antwort also richtig deute, befürwortest du das Fangen von nestbewachenden Zandern?
astacus

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von astacus »

miKe hat geschrieben:Wenn ich deine Antwort also richtig deute, befürwortest du das Fangen von nestbewachenden Zandern?
jein :wink:

was ich versucht habe anzudeuten, ist, dass der wegfang dieser fische durchaus ein ethisches problem ist, aber kein ökologisches. man hat hier also zwei aspekte, die sich widersprechen. im vergleich zu anderen usern hier, habe ich in der vergangenheit immer versucht, auch für ethische fragestellungen zu sensibilisieren und nicht nur für ökologische (während eben von anderen immer mal wieder die aussage kam, dass es nur um das ökologische gehe und das ethische weniger wichtig sei).

es gibt halt nicht immer für jedes problem immer eine lösung, die alle aspekte optimal berücksichtigt. was ökologisch besser ist, kann unethisch sein - und umgekehrt.


edit:

ah ja, noch wegen dem murtensee. beschreibe doch mal, was da geschehen ist. ich kenne die situation dort nicht. aber von diversen seen hört man immer wieder das gleiche: der eglibestand ist zusammen gebrochen. schuld sei der kormoran, die angelfischer, andere raubfische, verschmutzungen oder was auch immer. tatsache ist, dass sich die populationen meistens wieder erholt haben, da sich die eglipopulationen primär über den kannibalismus selbst regulieren. ich vermute daher, dass sich auch im murtensee der zanderbestand wahrscheinlich wieder erholen wird.
Benutzeravatar
miKe
Beiträge: 1019
Registriert: Mo 16. Okt 2006, 11:51
Meine Gewässer: vorwiegend Kanton Bern
Wohnort: Am Tor zum schönen Berner Seeland
Has thanked: 1 time
Been thanked: 6 times
Faroe Islands

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von miKe »

wie dem auch sei: ich werde kommenden Frühling jedenfalls die bekannten Zanderlaichplätze im Bielersee bewachen, mit meiner furchteinflössenden Jacht patroullieren und jedem über die Schnüre und Ankerseile fahren, der sich im Nestzanderfangen versucht... :piratecap:

Futterschleudern haben sich dazu übrigens auch prima bewährt! Besonders wenn sie mit Fleischmaden geladen werden und diese nach dem Abfeuern in jede kleine Ritze und unter jedes Brett, Kissen, etc. des frevelnden Bootes kriechen um sich zu verpuppen :mrgreen:
Gäbu

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von Gäbu »

@ Mike: Oooh Holder Mike ich werde dir in diesen schweren Zeiten des Kampfes zur Seite stehen bis der Letzte Kahn versenkt ist. :mrgreen:

Ich kann mir einfach nie vorstellen wie Zandergeil man sein muss damit man nicht warten kann bis der Zander selbst vom Nest geht. Ich selber fange lieber Jahrelang keinen Zander als einen vom Nest herunter zu angeln.

Ich glaube keiner wird gerne im Nest gestört :lol:
Benutzeravatar
thymallus
Beiträge: 587
Registriert: Fr 7. Nov 2008, 17:38
Meine Gewässer: überall wo's Fische gibt...
Has thanked: 3 times
Been thanked: 7 times
Switzerland

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von thymallus »

astacus hat geschrieben: nievergelt?
asti, der nievi ist schon pensioniert und steigt den steinböcken nur noch privat nach...
astacus hat geschrieben: wer am greifensee zander fangen will, kann das ohne schlechtes gewissen tun. und wenn man sie von den laichplätzen weggefängt, ist mehr ein ethisches als ein populationsbiologisches problem. wenn es dem zander im greifensee tatsächlich gefällt, wird er sich weiter vermehren, auch wenn darauf gefischt wird. gefällt es ihm nicht, wird er immer selten bleiben, auch wenn nicht darauf gefischt wird.
bin ganz deiner meinung. und auch mikes, der die sache vom ethischen standpunkt aus vertritt. bezüglich murtensee mache ich mir keine sorgen: der kommt wieder; das mit den zandern ist wie bei den egli, es geht auf und ab. und zwar ganz unabhängig von der fischerei.

thymallus
God made one third of the earth land and two thirds water which clearly shows that he intended man to spend one third of his time plowing an two thirds fishing!
Frenzen

Re: Zander am Greifensee

Beitrag von Frenzen »

Hallo Zusammen

ganz so klein ist unser Einfluss auf Fischbestände wohl auch nicht. Sonst wäre dieses Jahr wohl nicht so viele Zander im Schiffenense gefangen worden.

Und dann hätten die Zäpflifischer wohl auch nicht schier an der Emme übernachtet, um die ersten zu sein die in der aufgehobenen Fliegenfischerstrecke ihre Würmli baden zu dürfen. Der Forellenbestand dort war einfach um Welten besser.

Gruss Franz
Antworten

Zurück zu „Seen / Teiche“