Mit der Moorgrundel ist eine weitere Fischart in der Schweiz ausgestorben
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Moorgrundel (Misgurnus fossilis) reicht vom Nordwesten Frankreichs bis zum östlichen Wolgagraben. In der Schweiz waren Vorkommen im Raum Basel bekannt. Diese sind später erloschen; gemäss Fischverbreitungsatlas kamen aber zwei Bestände im Rhonetal in der Nähe von Martigny dazu (aus nicht-kontrollierten Einsätzen). Für die Moorgrundel gilt deshalb der Artenschutzstatus "vom Aussterben bedroht" , und sie gehört damit zu den 506 Tier- und Pflanzenarten der Schweiz mit höchster Alarmstufe http://www.artenschutz.ch/cr1.htm. Auch auf europäischer Ebene steht es schlecht um die Moorgundel. Sie ist deshalb in Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU aufgeführt.
Abklärungen in den letzten Tagen haben ergeben, dass es sich bei den Beständen im Rhonetal nicht um Misgurnus fossilis handelt sondern um Paramisgurnus dabryanus, eine aus Asien (Ostchina - Korea) eingeschleppte landesfremde Fischart.
Wir müssen deshalb - im Jahr der Biodiveristät - leider feststellen, dass mit Misgurnus fossilis eine weitere Fischart der Schweiz als ausgestorben bezeichnet werden muss. Sie gesellt sich zu den 8 bereits ausgestorbenen Fischarten (Atlantischer Stör, Mittelmeer-Stör, Maifisch, Cheppia, Flussneunauge, Huchen, Lachs und Meerforelle).
BAFU Sektion Fischerei und aquatische Fauna
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